Inhalt und Ziele

Die Nachfrage nach Dolmetschleistungen in öffentlichen Einrichtungen steigt laufend. Gleichzeitig spielt der Einsatz moderner Technik zur Unterstützung eine immer größere Rolle. Die wachsende Nachfrage geht einerseits auf das gestiegene Qualitätsbewusstsein bei Behörden, Gerichten, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen zurück. Zum anderen halten die Migrationsströme an, sodass Dolmetschleistungen für immer neue Sprachen nachgefragt werden. Durch Technikeinsatz kann der Bedarf auch außerhalb der Ballungszentren, oder auch über Landesgrenzen hinweg, leichter abgedeckt werden.

Gerade in den letzten Monaten nahm der Einsatz von Audio- und Videodolmetschen rasant zu. Auch in Zukunft wird die Rolle der neuen Medien beim Dolmetschen immer größere Bedeutung erlangen. Dolmetschsituationen, in denen sich die Dolmetscher*innen und Zuhörer*innen beziehungsweise Redner*innen an unterschiedlichen Orten befinden, werden in den nächsten Jahren immer häufiger werden.

Gesundheitseinrichtungen genauso wie die Justiz setzen bereits auf die Nutzung zentraler Dolmetschdienste, die über Medien, vor allem über Bildschirm, zugeschaltet werden. Der Umgang mit den verschiedenen neuen Techniken, die beim Dolmetschen zur Anwendung kommen, sind eine Herausforderung für alle Beteiligten. Ohne entsprechende Ausbildung ist ein professioneller Dolmetscheinsatz bei diesen technikgestützten Dolmetschungen nicht möglich. Rolle und Kommunikationssituation unterscheiden sich durch die räumliche Trennung und müssen entsprechend berücksichtigt werden. Der Umgang mit den verschiedenen neuen Techniken, die beim Dolmetschen zur Anwendung kommen, erfordern eine Professionalisierung und laufende Fortbildung der Dolmetschenden.

Zielgruppe

Der Zertifikatskurs richtet sich vor allem an praktizierende Dolmetscher*innen, die bereits in öffentlichen Einrichtungen tätig sind und ihre Kenntnisse in den Kerngebieten des Gemeinwesens (Gesundheitswesen, Ämter, Behörden und Gerichte) vertiefen und sich weiter spezialisieren wollen.

Außerdem richtet sich die Weiterbildung an Studierende im Universitätslehrgang "Dolmetschen für Gerichte und Behörden" oder im Masterstudium "Translation" (Schwerpunkt: Dolmetschen).

Schwerpunkte

Der Zertifikatskurs vermittelt die heute im Dolmetschen nachgefragten breiten Qualifikationen, insbesondere die zu verschiedenen Formen des Teledolmetschens nötigen Fertigkeiten. Der Kurs bietet eine Weiterbildung für die bereits in der Praxis tätige Zielgruppe, indem er insbesondere mit der geänderten Kommunikationssituation und mit dem Umgang mit neuester Technik vertraut macht.

Die Absolvent*innen des Zertifikatskurses sollen spezielle Fähigkeiten für den Einsatz beim technikgestützten Dolmetschen in öffentlichen Einrichtungen erwerben. Der Kurs bietet ihnen insbesondere ein Kennenlernen verschiedener Formen des Teledolmetschens und neuer Techniktools sowie eine Vertiefung der Kenntnisse über die Nutzung neuer Medien. Einen großen Teil der Kursinhalte nehmen neue Formen des Dolmetschens sowie Informationen über die dafür nötigen Tools ein. Das Teledolmetschen (Videokonferenzdolmetschen, Remote Interpreting, Skypedolmetschen, Telefondolmetschen), wo nicht alle Beteiligten an einem Ort zusammenkommen sondern über moderne Technik kommunizieren, setzt sich derzeit gerade in der Praxis durch. Es sollen auch andere Techniktools, wie mobile Simultandolmetschanlagen oder digitale Notiznahmegeräte, im Kurs Anwendung finden; darüber hinaus wird in die Hybridformen des Dolmetschens eingeführt.

Qualifikationsprofil

Die Teilnehmer*innen eignen sich wesentliche Fertigkeiten im Bereich des Ferndolmetschens an. Insbesondere setzen sie sich mit verschiedenen Formen des technikgestützten Dolmetschens auseinander und spezialisieren sich im Umgang mit neuen Medien. Der Zertifikatskurs "Dolmetschen mit neuen Medien" ist auf die Bedürfnisse und Spezifika des deutschen Sprachraums abgestimmt.